Verbrauchsausweis: Wie aussagekräftig ist der Blick auf den Energieverbrauch?

Schnell beschafft, preiswert und rechtlich oft ausreichend – der Verbrauchsausweis ist der Pragmatiker unter den Energiedokumenten. Doch er misst nicht Mauern und Dämmung, sondern das Verhalten früherer Bewohner. Was verraten diese Zahlen wirklich über den energetischen Zustand einer Immobilie – und was verschleiern sie?

 

 

Der Gesetzgeber erlaubt den Verbrauchsausweis nicht uneingeschränkt. Er darf nur für Wohngebäude ausgestellt werden, die bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählen Häuser mit mindestens fünf Wohneinheiten oder Gebäude, deren Bauantrag nach der ersten Wärmeschutzverordnung gestellt wurde.

Auch sanierte Altbauten können infrage kommen, sofern sie energetisch auf einen vergleichbaren Stand gebracht wurden. Für kleinere, unsanierte Bestandsgebäude ist hingegen ein Bedarfsausweis vorgeschrieben. Eigentümer sollten daher vorab prüfen, welches Dokument für ihre Immobilie zulässig ist – ein formaler Fehler kann im Verkaufsprozess teuer werden.

Zahlen aus dem Alltag: Wie sich der Kennwert berechnet

Im Zentrum des Verbrauchsausweises stehen reale Daten. Grundlage sind die Heiz- und Warmwasserkostenabrechnungen der letzten drei Jahre. Diese Werte werden klimabereinigt, um besonders milde oder kalte Winter auszugleichen, und anschließend auf die Gebäudefläche umgerechnet.

Heraus kommt eine Energiekennzahl, die den durchschnittlichen Verbrauch pro Quadratmeter und Jahr angibt. Sie bildet das tatsächliche Nutzerverhalten ab – mit allen seinen Eigenheiten. Ein sparsamer Bewohner kann den Wert ebenso drücken wie ein leer stehendes Objekt. Umgekehrt treiben häufiges Heizen oder hohe Warmwassernutzung die Kennzahl nach oben, ohne dass das Gebäude selbst zwangsläufig ineffizient ist.

Einfach, aber nicht objektiv: Der Vergleich zum Bedarfsausweis

Genau hier liegt die Schwäche des Verbrauchsausweises. Er misst nicht die Substanz, sondern das Verhalten. Der Bedarfsausweis dagegen basiert auf einer technischen Analyse von Gebäudehülle, Heiztechnik und Dämmstandard. Er ist aufwendiger, liefert aber objektivere Ergebnisse.

Der Verbrauchsausweis punktet dafür mit Nähe zur Realität und geringeren Kosten. Für Käufer bedeutet das: Die Kennwerte sollten stets im Kontext betrachtet werden. Sie geben Hinweise, ersetzen aber keine energetische Einordnung. Wer plant, das Nutzungsverhalten zu ändern oder die Immobilie zu sanieren, sollte die Zahlen nicht isoliert bewerten.

Sie möchten für Ihre Immobilie einen Verbrauchsausweis nutzen? Wir stehen Ihnen beratend zur Seite. Kontaktieren Sie uns – wir prüfen, ob Ihr Objekt die Voraussetzungen erfüllt, und helfen Ihnen, schnell an einen gültigen Verbrauchsausweis zu gelangen.

 

 

Notes

For the sake of readability, this text uses the generic masculine form. Female and other gender identities are explicitly included where relevant to the statement.

 

Legal notice: This article does not constitute tax or legal advice for any specific case. Please consult a lawyer and/or tax advisor to clarify the facts of your individual situation.

 

Foto: © PantherMediaSeller/Depositphotos.com

 

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About the author

Harry Mohr

Real estate agent (Chamber of Industry and Commerce)

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Harry Mohr is a real estate agent and owner of Immobilien Kontor Saarlouis. As a DEKRA-certified real estate appraiser, he supports his colleagues and clients in all areas of real estate marketing.